Der Begriff Schamanin/Schamane

                                        die Schamanin Nadja Stepanowa aus Buriatien

 

leitet sich ab von dem russischen Begriff "saman", aus dem Volk der Tungusen, die als Rentierhirten am Baikalsee lebten. Das tungusische Wort saman bedeutet "wissen, sehen", eine/r, die, der weiß, sieht. Der Anthropologe Shirokoroff, einer der ersten Erforscher der Tungusen, stellt fest:
In allen tungusischen Sprachen wird der Begriff saman auf Menschen angewandt, die den Umgang mit Geistern beherrschen. Saman bedeutet auch sich erhitzen, brennen, mit Feuer und Hitze arbeiten. Mircea Eliade bezeichnet die Schaman/innen als Meister/innen der Ekstase, abgeleitet vom griechischen Wort "ekstasein" = heraustreten aus dem normalen Bewußtseinszustand. Auch die englischen Worte "witch" und "wizard" = Hexe und Zauberin stammen aus derselben indogermanischen Wurzel und bedeuten "sehen" und "wissen".


  Eine Schamanin reist in verschiedene Bewußtseinszustände, in denen Reisen in andere Welten, Sehen und Heilen auf Entfernung und Kommunikation mit Verstorbenen möglich und natürlich sind. Ihre Eigenschaften sind Empathie, Liebe und Klarheit .

Der schamanische Weg der Heilung ist ein Weg des Wissens, der durch die Erfahrung der vielen Facetten des Lebens, durch Rituale und Zeremonien, durch Gebet und Meditation und durch intensiven Kontakt zu den Naturkräften erworben wird. Es ist ein lebenslanger Prozeß.

 

Auch für uns Europäer/Innen ist es möglich den schamanischen Weg zu gehen, weil auch wir schamanische Wurzeln haben, wie Höhlenmalereien,  Grabfunde und alte Kultplätze in Europa nachweisen.

Leider sind unsere Wurzeln durch die Hexenverfolgung des Mittelalters, die Aufklärung und den Nationalsozialismus sehr verschüttet und es braucht Pioniertätigkeit, das alte Wissen wieder sichtbar zu machen. Wir finden dieses Wissen z.B. in alten Volksmärchen, alten Liedern, Jahreskreisfesten und in altem Karnevalsbrauchtum Süddeutschlands wieder.

 

Immer mehr Menschen erinnern sich an dieses morphogenetische Feld und suchen nach einem stimmigen Ausdruck.

Noch traditionell lebende Schaman/Innen wie z.B. in der Mongolei, Nepal, Rußland, Südamerika, Grönland...können uns den Weg weisen, unser altes Wissen wieder zu aktivieren. Diesen Weg gehe ich seit 30 Jahren und übersetze das erlernte Wissen in eine westliche Form.

 

Folgende 7 überlieferte schamanische Lehrsätze begleiten mich schon viele Jahre:

  1. Die Welt ist das, wofür ich sie halte
  2. Alle Grenzen sind verschiebbar - Heilung ist möglich
  3. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit
  4. Jetzt ist der Augenblick der Macht
  5. Lieben heißt glücklich sein mit Jemandem oder Etwas
  6. Die Macht kommt von innen
  7. Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit

                                  die mongolische Schamanin Dagiimaa aus Ulanbaatar