Bei der schamanischen Arbeit

erkenne ich an, dass alles Leben, Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien, Bäume, Luft, Wasser, Feuer und Erde eine kommunikative Lebenskraft und Seele besitzt. Alles ist miteinander verbunden. Mit diesen Kräften verbinde ich mich im Heilritual und bitte um Unterstützung für meine Arbeit. Ich werde zum Kanal dieser Kräfte und Heilung wird initiiert. Dieser Kontakt wird dauerhaft gehalten.

 

Über Jahrtausende entstanden viele Formen schamanischen Wirkens: Trance, Gebete, Trommeln, Diagnoseformen, Seelenrückholung, Orakel, Anrufungen, Räucherungen, Tänze, Gesänge, Schwitzhütten, Rituale für alle Anlässe des täglichen Lebens, Totenzeremonien, Schutzrituale, Kräuterkunde, Visionssuche, Massageformen, Meditation.

 

Die Kosmologie des schamanischen Weltbildes und die Aufgaben der schamanischen Heiler/Innen ähneln sich in den verschiedenen schamanischen Ethnien, es gibt  je nach Kulturkreis Unterschiede in der Form und dem Ausdruck (z.B. verschiedene Arten Anrufungen, das lokale Brauchtum des Landes je nach Naturgegebenheiten, in manchen Kulturen sind Trommeln wichtig, in andern nicht).

 

Mir ist es ein großes Anliegen, Menschen mit ihren eigenen, schamanischen Wurzeln in Kontakt zu bringen. Ein Zugang dazu kann die schamanische Reise sein, rituelle Trancehaltungen, die kreative Gestaltung von Ritualen (z.B. ein Ritual zu gestalten für die verstorbene Großmutter oder für ein ungeborenes Kind), sowie eine angeleitete mehrstündige Medizinwanderung in der Natur.

 

In Anlehnung an die Vorstellung von Reinkarnation= Glaube an Wiedergeburt, ist es möglich, dass sich Menschen  an eigene schamanische Wurzeln erinnern , d.h. jemand hat vielleicht eine starke Affinität zu indigenen schamanischen Traditionen in Amerika.

Ich distanziere mich aber ausdrücklich davon, indigene Praktiken zu kopieren.  In Europa müssen wir eine Übersetzungsarbeit leisten, unsere eigenen schamanischen Wurzeln wiederbeleben und die vor Ort stimmigen Rituale entwickeln.

Dieses Wissen zu erlernen und zu praktizieren, erfordert jahrzehntelange Übung, Geduld, Lernen,  Forschung und Hingabe.

Ich verneige mich vor indigenen Schaman/Innen, die diesen Weg gegangen sind.

 

Es reicht nicht, schamanisches Wissen über Bücher zu erlangen; es braucht gelebte schamanische Erfahrung und Wissensvermittlung über Sprache , durch Schulung in einer Gemeinschaft oder einzeln durch die Begleitung einer älteren, erfahrenen, schamanischen Lehrerin oder eines Lehrers.